Solo für Licht

Solo für Licht 2009 — The Cat and the Canary

19.März bis 8.April 2009 in Leipzig

 

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Montag 30.03.09 Uhrzeit 20.00 Uhr - naTo

The Cat and the Canary

Eintritt 5,50 / 4,50

Alternativtitel
Spuk im Schloss
USA 1927
Regie
Paul Leni
Drehbuch
Robert F. Hill, Alfred A. Cohn (nach einem Stck von John Willard)
Kamera
Gilbert Warrenton
Schnitt
Martin G. Cohn
Musik
Hugo Riesenfeld
Darsteller
Laura La Plante, Creighton Hale, Tully Marshall, Gertrude Astor, Flora Finch, Lucien Littlefield
Produktion
Universal Pictures Corp.
Premiere
1.5.1927 (London)
Sprache
deutsche Zwischentitel
Laufzeit
80 Minuten
bersetzung
Christiane Wagler
Zwischentitel
Dirk Gener

Dieser Film wird all denen, die einfach nur so ins Kino gehen, das Blut in den Adern gefrieren lassen. (Mordaunt Hall, in: The New York Times, 10.9.1927)

20 Jahre nach dem Tod des reichen Cyrus West trifft die erwartungsvolle Verwandtschaft zur Testamentsffnung in seinem Schloss ein, um endlich das Erbe einheimsen zu knnen. Doch zu ihrer groen Enttuschung hat der Exzentriker seinen ganzen Reichtum der jungen Annabelle West vermacht es sei denn, ihr knne nachgewiesen werden sie sei verrckt. Und schon ffnen sich Wandverkleidungen, Krallenhnde recken sich aus Bibliotheksschrnken und nacheinander geschehen die tdlichsten Begebenheiten auf dem sturmumtosten Anwesen.
Die Handlung hat einen deutlich komischen Anklang, ohne jedoch darber die Spannung zu vernachlssigen, der skurril-komische Grusel ist hervorragend ausbalanciert. Zudem wird durch den meisterhaften Einsatz der Kamera dem Zuschauer auch heute noch das Gefhl gegeben, selbst mitten im Geschehen zu sein. Und wenn die Geschichte auch durch und durch amerikanisch ist, so verrt ihre gestalterische Umsetzung eindeutig den Einfluss des deutschen expressionistischen Kinos.
In der Heimat kritisiert der Literat Willy Haas: Interessant, spannend, direkt kriminalpsychologisch fesselnd ist fr mich an dieser Sache eigentlich nur eines: wieso das feinste sthetisch differenzierteste, gepflegteste, bis zum Snobismus raffinierteste Talent des deutschen Films, Paul Leni, ausgerechnet mit solchem Kriminalkitsch in Hollywood debtiert; warum er sich mit einer Versessenheit, einer leidenschaftlichen, gequlten, skrupulsen Hingabe, die man jeder Einstellung, jedem Ausschnitt, jeder der unendlich originell und skurril erdachten Dekorationen, jeder der zauberhaften Licht- und Schattenwirkungen, jedem Photographietrick, jedem Mbelstck, jeder Schauspielermaske ansieht warum er sich mit dieser unersttlichen, gierigen, malosen Arbeitsfuries ausgerechnet in einen solchen Kriminalkitsch hineinkniet? (1)

THE CAT AND THECANARY, ein Prototyp des Horrorfilms, entstand zu einer Zeit, als Carl Laemmle sein Universal-Studio mit aus Deutschland eingewanderten neuen Talenten fllte. Fr Paul Leni war dies der erste amerikanische Auftrag bei dem Studio, das schon damals die Hochburg des amerikanischen Horrorfilms war. Wenn man heute den Eindruck haben knnte, die Zeit sei nicht spurlos am Film vorbergegangen, so hat das nicht mit etwaigen Schwchen zu tun, sondern damit, dass er zur stilprgenden Vorlage eines ganzen Genres und in seiner Form so oft imitiert wurde, dass wir mittlerweile andere Filme als das Original verkennen.

Wir haben den Film fr diese Auffhrung erstmalig mit deutschen Zwischentiteln versehen.




(1) Film-Kurier, 25.8.1927